10.10. Rechnungslegung an Unternehmer

Wird eine in Italien erbrachte Montage- Bau- oder Dienstleistung an einen Unternehmer fakturiert, kann die Rechnung netto erstellt werden. Wichtig ist aber immer im Vorfeld zu prüfen, ob es sich bei dem Auftraggeber auch tatsächlich um einen Unternehmer handelt (grds. durch Überprüfung der UID-Nummer s. Punkt 9.2.).

Unabhängig davon, ob für eine Leistung der steuerliche Leistungsort auf Basis der Grundregel (B2B) oder aufgrund von Sonderregeln in Italien liegt (s. Punkt 10.6.), können Rechnungen an Unternehmer netto ausgestellt werden mit dem Hinweis (Leistungsort Italien – Leistungsempfänger ist Steuerschuldner).

ACHTUNG: nur Leistungen die nach der Grundregel (B2B) in Italien steuerbar sind, müssen ab Jänner 2010 in der neuen monatlichen „Zusammenfassende Meldung (ZM)“ an das Finanzamt in Österreich gemeldet werden.

Umsätze in Italien, bei denen aufgrund von nationalen Sonderbestimmungen die Steuerschuld auf den italienischen Leistungsempfänger übergeht, unterliegen dem italienischen System der „autofattura“ bei dem der italienische Leistungsempfänger an sich selbst eine Rechnung über die italienische Umsatzsteuer erstellt. Der österreichische Rechnungsleger sollte auf seiner Rechnung folgenden Vermerk anführen: Leistungsort Italien – Leistungsempfänger ist Steuerschuldner. Diese netto verrechneten Leistungen sind nicht in der monatlichen „Zusammenfassenden Meldung (ZM) an das Finanzamt in Österreich aufzunehmen.

Eine eventuelle italienische Vorsteuer, die im Zusammenhang mit diesem Auftrag in Italien entstanden ist, wird im Antragsverfahren wieder erstattet (s. Punkt 10.9.). Dies gilt aber nur in jenen Fällen, in denen es zu einem zwingenden Übergang der Steuerschuld auf den Leistungsempfänger kommt (z.B. Grundregel B2B oder Subunternehmer im Baubereich, welche an den Generalunternehmer abrechnen). In den Fällen, in denen freiwillig die Steuerschuld durch Anwendung der autofattura auf den Leistungsempfänger übertragen wird (z.B. Grundstücksleistungen an Unternehmer), geht auch der Anspruch auf Vorsteuererstattung im Zusammenhang mit diesem Auftrag verloren.

Seit Jänner 2008 sieht das italienische Steuerrecht auch eine zwingende Anwendung des reversecharge Systems für den Baubereich vor. Alle Subunternehmer – egal ob in Italien oder im Ausland ansässig – müssen ihrem Auftraggeber (sofern dieser selbst mit der Errichtung des Bauwerks beauftragt wurde und als Generalunternehmer auftritt) eine Nettorechnung legen, da die Steuerschuld auf den Auftraggeber übergeht. Dies gilt auch für österreichische Bauunternehmen, welche als Generalunternehmer Aufträge weitergeben. Bauleistungen an Endkunden (auch wenn diese Bauunternehmer sind) bleiben von dieser Bestimmung hingegen unberührt.

Impressum | Administration