Stand: 19.08.201514.2. SBFI-Meldepflicht für reglementiere Gewerbe (NEU seit 2013)

Seit 01. September 2013 wird nun auch die Schweiz im Vorfeld die Qualifikation von ausländischen Unternehmen geprüft, wenn diese in der Schweiz in reglementierten Bereichen tätig werden. Hierzu wurde 2013 ein neues Meldeverfahren zur Anerkennung von Berufsqualifikationen eingeführt.

Eine Liste der reglementierten Berufe, welche davon betroffen sind, ist im Internet abrufbar und umfasst unter anderem auch zum Teil das Gewerbe, den Verkehr und den Baubereich (z.B. Kran- und Staplerfahrer, Bauingenieure, Elektriker, etc.) .

Die Antragstellung hat per Post beim Schweizerische Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) zu erfolgen. Das hierfür notwendige Formular steht im Internet zum Download bereit, wofür wiederum eine einmalige Registrierung notwendig ist. Folgende Dokumente sind dem Antrag beizufügen:

Nach Einreichung des Antrags hat die Schweizer Behörde 1 Monat Zeit die Auskunft zu erteilen. Hierfür werden auch Gebühren in Höhe von CHF 90 erhoben, deren Bezahlung bereits bei Antragstellung nachzuweisen ist (Überweisungsbeleg).  Die Meldung muss jährlich neu gemacht werden, wobei der erneute Antrag wesentlich schneller bearbeitet werden soll.

Da die Anerkennung durch die jeweils zuständigen kantonalen und eidgenössischen Stellen erfolgt und es sich um eine kantonsbezogene Genehmigung handelt, muss jeder Kanton, in welchen eine Dienstleistung erbracht werden soll, im Vorfeld in Kenntnis gesetzt werden. 

Achtung: Diese SBFI-Meldung ermöglicht es Ihnen an max. 90 Tagen im Kalenderjahr in der Schweiz Aufträge auszuführen. Es handelt sich hierbei um ein zusätzliches Meldeverfahren, welches der bisherigen verpflichtenden Online-Meldung laut Entsendegesetz (s. Kap. 14.3) vorangestellt ist.

Nähere Informationen zum Meldeverfahren sowie spezifische Informationen zu bestimmten Berufen (z.B. Elektriker, Kranführer, Bauunternehmer, Taxifahrer) sind auf der Webseite des SBFI abrufbar.

Sonderfall: Elektrotechnik - Installationsbewilligung

Um in der Schweiz Elektroinstallationen durchführen zu können benötigt man eine spezielle Installationsbewilligung durch das Eidgenössiche Starkstrominspektorat (ESTI): „Allgemeine Installationsbewilligung für Betriebe gemäß Art. 9 Niederspannungs-Installationsverordnung (NIV)“.

Es handelt sich dabei um eine generelle Genehmigung, womit alle Mitarbeiter, unter Aufsicht eines fachkundigen Leiters, Installationsarbeiten (dazu zählen z.B. auch die Verlegung von Leitungen zwischen zwei Schaltkästen) durchführen dürfen. Der Leiter muss regelmäßig anwesend sein und die Arbeiten überwachen. Grundsätzlich darf die in dieser Bewilligung aufgeführte Person insgesamt zwanzig Personen beaufsichtigen, worunter sich maximal fünf Hilfskräfte befinden dürfen.

Das Antragsformular steht unter www.esti.admin.ch/de [Pfad: Dokumentation > Formulare > NIV > Installationsbewilligungen] zum Download bereit.

Die Beantragung erfolgt beim im Zuge der oben genannten Meldung an das SBFI und muss nicht separat beantragt werden. Das Antragsformular (inkl. der zusätzlich notwenidgen Begleitdokumente!) werden beim SBFI eingereicht und dann an das ESTI weitergeleitet, welches für die Überprüfung der Berufsqualifikation und die Ausstellung der Installationsbewilligung zuständig ist.

Die Ausstellung der Bewilligung dauert in der Regel drei bis vier Wochen, ist seit 2014 gebührenfrei und für die ganze Schweiz für das laufende Kalenderjahr gültig.

ACHTUNG: Das ESTI verlangt die Vorlage bestimmter zusätzlicher Dokumente. Die Gesuchsstellung ist somit weitaus umfangreicher als jene beim SBFI. Es empfiehlt sich, sich bereits im Vorfeld genau zu informieren, welche Unterlagen eingereicht werden müssen, um eine zeit- und evtl. kostenintensive Verzögerung zu vermeiden.

Anmerkung: Anschlussbewilligung gemäss Art. 15 Niederspannungs-Installationsverordnung (NIV)

Hierbei handelt es sich um eine personenbezogene Bewilligung, die nur das Anschließen und Auswechseln von fest angeschlossenen elektrischen Erzeugnissen umfasst. Sie bezieht sich nicht auf Installationsarbeiten wie die Verbindung von zwei Schaltschränken. Das dafür notwendige Antragsformular steht unter www.esti.admin.ch/de [Pfad: Dokumentation > Formulare > NIV > Eingeschränkte Installationsbewilligungen] zum Download bereit. Das ausgefüllte Gesuch ist gemeinsam mit den geforderten Beilagen direkt beim ESTI einzureichen (s. Adresse am Formular). Die Ausstellung diser Bewilligung dauert in der Regel drei bis vier Wochen.

Installation von Photovoltaikanlagen

Je nach Art der ausgeführten Tätigkeit kann auch für die Installation von Photovoltaikanlagen eine Genehmigung des ESTI bzw. SBFI notwendig sein.

Laut dem ESTI fällt die Montage von Photovoltaikanlagen nicht unter einen der reglementierten Berufe des Elektroinstallationsgewerbes, wenn für die Montage der Solarmodule und das Stecken von Modulverbindungen mit vorkonfektionierten Kabeln im Dachbereich keine elektrischen Installationen notwendig sind.

Hingegen fallen bei Photovoltaikanlagen die Installationsarbeiten ab den Anschlussklemmen der Panels unter den reglementierten Bereich, unabhängig von der Spannung und Stromart und unabhängig davon, wer die Anlage letztendlich an das Stromnetz anschliesst. Soll also in diesen Bereich gearbeitet werden, ist eine Meldung an das SBFI vor der erstmaligen Erbringung der Dienstleistung erforderlich.

 

Weiterführende Informationen zur SBFI Meldepflicht und der Installationsbewilligung durch das ESTI finden Sie im Merkblatt des SBFIs unter www.sbfi.admin.ch/diploma/ [Pfad: Meldeverfahren für Dienstleistungserbringende > Häufig gestellte Fragen (FAQ) > Spezifische Informationen zu bestimmten Berufen].

Eine Abklärung im Einzelfall ist immer empfohlen!

Kontakt:
Eidgenössisches Starkstrominspektorat ESTI

Luppmenstrasse 1
CH-8320 Fehraltorf
T +41 44 956 12 12
F +41 44 956 12 22
W www.esti.admin.ch/de/

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