Stand: 09.01.201714.6. Kautionspflichten für bestimmte Handwerke und Tätigkeiten

Die Hinterlegung der Kaution dient u.a. der Absicherung von Konventionalstrafen, Kontroll- und Verfahrenskosten, welche durch die Paritätische Landeskommission (PLK) verhengt wurden. Sie gilt in der Schweiz für in- und ausländischen Unternehmen gleichermaßen und betrifft bestimmte Gewerbe wie z.B. das Maler-, Gipser-, oder Isolationgewerbe. Ob eine gewerbliche Tätigkeit der Kautionspflicht unterliegt oder nicht, kann von Kanton zu Kanton unterschiedlich gehandhabt werden. Eine aktuelle Aufstellung der Kautionspflichtigen Dienstleistungen nach Kantonen findet man auf der Webseite der Zentralen Kautionsverwaltungsstelle (ZKVS):

www.zkvs.ch/kaution

Die Höhe der Kaution ist vom betroffenen Kanton, dem Gewerbe und den in der Schweiz gemachten Umsatz pro Kalenderjahr abhängig. Bis zu 2.000 CHF ist keine Kaution zu hinterlegen. Bei Aufträgen zwischen 2.000 und 20.000 CHF gilt eine Kautionspflicht von 5.000 CHF und bei Aufträgen darüber von 10.000 CHF.

Wichtig: Österreichische Unternehmen müssen grundsätzlich nicht selber aktiv werden. Sie sollten automatisch von der ZKVS zur Hinterlegung der Kaution aufgefordert. Die GAV-Kaution ist vor der Arbeitsaufnahme in der Schweiz zu leisten. Ausländische Entsendebetriebe, die ihrer GAV-Kautionspflicht nicht nachkommen, können mit einer Konventionalstrafe belegt werden.

Art der Hinterlegung

Die Kaution kann mittels unwiderruflicher Garantie einer Bank oder Versicherung jeweils mit Sitz in der EU bzw. mittels Barhinterlegung erfolgen. Bei Barhinterlegung wird der Betrag auf einem Sperrkonto anlegt (Zinsen verbleiben auf dem Konto und werden nach Kautionsfreigabe nach Abzug von Verwaltungskosten ausbezahlt). Darüber hinaus bieten auch eine Reihe von Versicherungen spezielle Kautionshaftungen gegenüber den Kantonen für Unternehmer an. Die Kosten einer derartigen Versicherung beginnen hierfür bei ca. EUR 400,-/Jahr

Zugriff auf Kaution

Nach einem Entscheid durch die Zentrale Paritätische Berufskommission (ZPK) über Konventionalstrafen bzw. Kontrollkosten kann auf die Kaution zugegriffen werden.

Freigabe

Die Freigabe erfolgt in der Regel maximal 3 Monate nach Vollendung des Werkvertrages, wenn keine Verstöße vorliegen bzw. allfällige Strafen bezahlt worden sind.

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