Stand: 06.03.201512.6. Steuerrecht bei Montage-, Bau- und Dienstleistungen

Lohnsteuer:
Für entsandte Arbeitnehmer wird die Lohnsteuer weiterhin in Österreich abgeführt, sofern die Dauer der Entsendung 183 Tage im Kalenderjahr nicht übersteigt. Darüber hinaus gibt es auch eine Befreiung von der Lohnsteuer in Österreich für Bauarbeiten im Ausland mit einer ununterbrochenen Dauer von mind. 30 Tagen.

Umsatzsteuer:
Für die Bewertung, ob für eine gewerbliche Tätigkeit österreichische USt oder die USt des Auftraggebers in Rechnung zu stellen ist, muss zunächst der Ort der Leistung festgestellt werden. Das Steuergesetz kennt hier unterschiedliche Ansätze.

Seit 01. Jänner 2010 gilt eine neue Grundregel für Leistungen an Unternehmer (B2B). Unabhängig davon, wo die Leistung tatsächlich erbracht wird, gilt als umsatzsteuerlicher Leistungsort immer jener, wo der Auftraggeber seinen Sitz hat. Darüber hinaus geht in der EU als Vereinfachung die Steuerschuld auf den Leistungsempfänger im anderen Mitgliedstaat über (Reverse-Charge-System). Der Rechnungsleger hat keine umsatzsteuerlichen Verpflichtungen im Mitgliedstaat der Leistung.

Allerdings gibt es für diese Grundregel auch Ausnahmen. Eine bedeutende Ausnahme bilden z.B. Leistungen, die im Zusammenhang mit einem Grundstück stehen (auch die Erschließung, Vorbereitung und Ausführung von Bauarbeiten). Hier gilt als Leistungsort immer jener, wo das Grundstück gelegen ist.

Weitere Besonderheiten gelten für folgende Leistungen:

Wichtig zu unterscheiden ist auch, dass grundsätzlich bei Leistungen an Endverbraucher (B2C) immer der Unternehmerort (dort wo der leistende Unternehmer ansässig ist) als steuerlicher Leistungsort gilt. Auch hier gibt es wieder Ausnahmen für Leistungen im Zusammenhang mit Grundstücken (Grundstücksort ist Leistungsort), Personen- und Güterbeförderung, künstlerische, wissenschaftliche, unterrichtende und ähnliche Tätigkeiten, Arbeiten an beweglichen, körperlichen Gegenständen und seit 01. Jänner 2015 auch elektronisch erbrachte sonstige Leistungen, Telekommunikations-, Rundfunk- oder Fernsehdienstleistungen und einige mehr.

Bei elektronisch erbrachten sonstigen Leistungen, Telekommunikations-, Rundfunk- oder Fernsehdienstleistungen gibt es insofern eine Vereinfachung als der sog. Mini-One-Stop-Shop (MOSS) eingeführt wurde. Das dienstleistungserbringende Unternehmen hat die Möglichkeit, sämtliche unter die Sonderregelung fallenden Umsätze in dem EU-Land der Identifizierung (üblicherweise der EU-Staat, in dem der Unternehmer sein Unternehmen betreibt) zu erklären und dort die resultierende Umsatzsteuer zu bezahlen. Damit erspart sich der Unternehmer, die steuerliche Registrierung in den EU-Ländern, in denen er derartige Leistungen erbracht hat. Voraussetzung: Der MOSS kann nur für die Länder in Anspruch genommen werden, in denen das leistende Unternehmen keine Betriebsstätte hat.

Eine Steuerbarkeit im Ausland gilt auch für Werklieferungen (Unterform der Lieferung = Mischung aus Lieferung von Material und Montage oder Verarbeitung vor Ort). Ein österreichischer Leistungsort kann bei Werklieferungen nur in jenen Fällen interpretiert werden, in denen der Montageanteil für die Gesamtleistung nicht von Bedeutung ist. Bei der Verrechnung einer im anderen Mitgliedstaat steuerbaren Leistung, muss zwischen Unternehmern und Endverbrauchern unterschieden werden.

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